Offener Protestbrief an die Sparkasse

Krempe, 03.Januar 2019
Betreff:  Protest gegen die Ausstattung und Ausführung des Servicepoint der Sparkasse                    Westholstein in Krempe, Breite Straße 65
Sehr geehrte Damen und Herren,
Eine lange Geschichte verbindet die Sparkasse Westholstein mit der Stadt Krempe. Ehemals war es für viele Jahre die Krempermarsch Verbandssparkasse. Mit dem Trend zu Fusionen sind Zusammenschlüsse mit anderen Instituten erfolgt und daraus wurde letztendlich die Sparkasse Westholstein, die bis 31.12.2017 mit einer Filiale der Stadt Krempe treu geblieben war und endete dann leider mit einem Servicepoint.Ich wohne mit meiner Familie seit 41 Jahren in Krempe und wir sind, trotz Wandel, bis zum heutigen Tag treue Kunden geblieben. Viele Kremper Bürger zählen sicher schon viel länger zu ihren Kunden. Daraus lässt sich leicht herleiten, dass der demografische Wandel auch an ihren Stammkunden nicht spurlos vorüber gegangen ist.  Die heftige, teils wütende Kritik an dem Service-Point der Sparkasse Westholstein beruht auf ihre Uneinsichtigkeit bezüglich der Einrichtung und Ausstattung. Seinerzeit offerierten Sie eine Veränderung des Beratungs- und Serviceangebots, sogar ein Geldbringe-Service war im Gespräch. Nicht einmal ein Briefkasten für Überweisungsträger ist vorhanden, welche als Serviceleistung durch die Bank bearbeitet werden könnten. Das wäre ein Serviceangebot nach dem ihre Kunden im Servicepoint aber vergeblich suchen. Nicht einmal den einfachsten Wünschen, welche aus unserem Schreiben vom 17. September 2018 hervorgehen, wurde entsprochen. Mit wenig stichhaltigen Argumenten haben Sie die Anforderungen zur besseren, kundenfreundlichen Ausstattung abgelehnt. Unsere Bürger in Krempe und Umland wurden mit einer Veröffentlichung über die Auseinandersetzung mit der Sparkasse Westholstein, in der Monatsschrift „Tach Auch“, vom November 2017, umfassend informiert.
Unser Grundgesetz verbietet die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung (Art. 3 Abs. 3). Auch das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) verfolgt die Umsetzung im gesellschaftlichen Umgang mit Behinderten und ist Ansprechadresse bei Verdacht auf Diskriminierung.
Möglicherweise ist ihnen entgangen, dass eine UN-Behindertenrechtskonvention am 26. März 2009 in Deutschland ratifiziert wurde, und ist damit geltendes Recht!  Darin ist verankert: Jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, und  zwar unabhängig von individuellen Fähigkeiten, sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter!In ihrem Schreiben vom 15.11.2018 geben Sie einen bedauerlich schlechten Hinweis auf ihre Filialen in Glückstadt und Horst, ebenso wenig hilfreich sind die ortsansässigen Supermärkte. Wer nicht mobil ist oder gerade kein Bargeld hat, für den ist beides eine eklatante Diskriminierung und gegen die gesetzlichen Vorgaben.Was die schwer zu öffnende Tür zum Servicepoint in Krempe betrifft, ist ihr seinerzeit mit Schreiben vom 12.Oktober 2018 gegebener Hinweis auf Ausführung nach einer DIN 18040 völlig irrelevant. Um dem Begriff der Inklusion (beinhaltet den barrierefreien Zugang) gerecht zu werden, wäre eine automatische Öffnungs- und Schließeinrichtung eine notwendige hilfreiche Lösung.Haben Sie daran gedacht, die Eirichtung des Servicepoints auf  behindertengerechte Ausstattung begutachten und zertifizieren zu lassen?
Auf einer Veranstaltung des „Seniorenbeirat & Behindertenbeirat für Jung und Alt der Kremper Marsch“ am 16.12.2018 haben wir das Problem Servicepoint der Sparkasse Westholstein angesprochen und eine Unterschriftenliste herumgereicht.In diese Liste haben sich 94 Seniorinnen und Senioren mit und ohne Behinderung eingetragen und sich zu unserer Eingabe mittels Protestschreiben solidarisch erklärt.Eine Kopie der Unterschriftenliste fügen wir diesem Schreiben bei.
Wir alle hier in Krempe sind in der Erwartung, dass eine einvernehmliche, behindertengerechte Lösung gefunden und umgesetzt wird.
Mit freundlichen GrüßenGerd Kilbienski   /   1. stellvertr. Bürgermeister
——————————————————————————————————————————Die Ansprechadressen:
Herr Jürgen Dusel
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
Mauerstraße 53, 10117 Berlin
Tel.: 030 18 527 1797
Fax: 030 18 527 1871
anfrage@behindertenbeauftragter.de
www.behindertenbeauftragter.de
Der Landesbeauftragte SH:
Herr Dr. Ulrich HaasePostfach 7121
24171 KielTelefon: 0431 988-1620lb@landtag.ltsh.de
Der Beauftragte für den Kreis Steinburg:
Herr Dietrich HaeberleinViktoriastrasse 17a25524 ItzehoeTel. 04821 69524Mobil: 0157 51475283E-Mail: gemeinsam-in-steinburg@)outlook.de

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